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Mehrtägiges Wandern in Kasachstan und Kirgisistan: Das ist echtes Abenteuer

  • Autorenbild: Roxana Nothaft
    Roxana Nothaft
  • 12. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Von Roxy | Roxys Travel Plan | Beste Reisezeit: Juli bis August | Lesezeit: ca. 6 Minuten


Dein Zelt. Dein Tempo. Deine Berge.

Es gibt Reisen, die man plant. Und es gibt Reisen, die einen prägen.


Mehrtägiges Wandern in Kasachstan und Kirgisistan gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Du schläfst auf 3.000 Metern Höhe, hörst keinen Verkehrslärm, wachst mit dem Geräusch von Pferdehufen im Gras auf und fragst dich irgendwann ernsthaft, warum du jemals anders Urlaub gemacht hast.


Wer seine eigene Campingausrüstung mitbringt – ein gutes Zelt, einen warmen Schlafsack und einen zuverlässigen Kocher – genießt in beiden Ländern einen entscheidenden Vorteil: völlige Freiheit. Wildcamping ist in Kirgisistan weitgehend erlaubt und wird von vielen Nomaden mit Neugier, Gastfreundschaft und nicht selten mit einer spontanen Einladung zum Tee begrüßt.


Und selbst wenn du kein eigenes Zelt dabeihast oder zwischendurch etwas mehr Komfort möchtest: An vielen beliebten Trekkingrouten und Seen gibt es Jurtenlager, in denen du übernachten kannst. Besonders rund um Song-Köl, Issyk-Köl oder in den Sommerweiden Kirgisistans finden sich zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten bei Nomadenfamilien.


Almatys Berge bei Sonnenuntergang, tief in Orange durch die Sonne

Das brauchst du: Ausrüstung für Zentralasien

Zelt

Ein Vier-Jahreszeiten-Zelt oder zumindest ein stabiles Drei-Jahreszeiten-Modell mit guter Windfestigkeit ist empfehlenswert. Auf den Hochebenen Kasachstans und Kirgisistans können selbst im Juli kräftige Stürme aufziehen. Eine Nacht auf 3.000 Metern ist beeindruckend – aber vor allem kalt. Temperaturen bis minus fünf Grad sind keine Seltenheit.


Schlafsack

Ein Schlafsack mit einer Komforttemperatur von mindestens minus fünf Grad sollte zur Grundausstattung gehören. Wer Gewicht sparen möchte, fährt mit einem hochwertigen Daunenschlafsack am besten.


Wasser

In den Bergen Zentralasiens gibt es zahlreiche Quellen und Gebirgsbäche. Dennoch gehört ein Wasserfilter unbedingt ins Gepäck. Weidetiere nutzen häufig dieselben Wasserstellen.


Kocher und Verpflegung

Gaskartuschen sind in Almaty und Bischkek problemlos erhältlich. In ländlichen Regionen wird die Versorgung deutlich schwieriger. Deshalb empfiehlt es sich, Brennstoff und Vorräte vorab einzukaufen.


Die schönsten mehrtägigen Camping-Routen

Kirgisistan: Song-Köl-Umrundung (3–4 Tage)

Der Song-Köl-See auf 3.016 Metern zählt zu den schönsten Campingzielen Zentralasiens. Ein rund 80 Kilometer langer Trail führt um den gesamten See und lässt sich bequem auf drei bis vier Tagesetappen aufteilen. Jeden Abend wartet ein neuer Lagerplatz direkt am Ufer. Wer möchte, kann die Strecke auch flexibel gestalten und einzelne Nächte in Jurtenlagern verbringen.


Kirgisistan: Ala-Köl-Pass-Traverse (2–3 Tage)

Die Tour beginnt in Karakol oder im Tal von Altyn Arashan und führt hinauf zum türkisfarbenen Ala-Köl-See auf 3.532 Metern. Anschließend überquerst du den Ala-Köl-Pass auf 3.860 Metern, bevor der Abstieg zurück Richtung Karakol erfolgt. Gletscherpanoramen, steile Pfade und hochalpine Landschaften sorgen für echtes Expeditionsgefühl. Viele Wanderer kombinieren die Tour mit einer Übernachtung in den Jurten oder Gästehäusern von Altyn Arashan.


Kasachstan: Trans-Ili-Alatau ab Almaty (3–7 Tage)

Das Gebirge südlich von Almaty wirkt auf der Karte überschaubar, entfaltet vor Ort jedoch eine erstaunliche Größe. Mehrtägige Trekkingrouten führen durch alpine Wiesen, vorbei an Gletschern und über abgelegene Pässe. Der Einstieg erfolgt meist über Shymbulak. Wer mehrere Tage unterwegs ist, erlebt Landschaften, die sich problemlos mit den schönsten Regionen der Alpen messen können.


Kasachstan: Charyn Canyon und Altyn-Emel (2 Tage)

Der Charyn Canyon bietet mehrere Möglichkeiten zum Campen direkt am Flussufer. Am nächsten Tag geht es weiter in den Altyn-Emel-Nationalpark mit seinen berühmten singenden Dünen. Kaum irgendwo liegen zwei so unterschiedliche Landschaften so nah beieinander: rote Felsenschluchten auf der einen, endlose Wüsten- und Dünenlandschaften auf der anderen Seite.


Stephan inmitten der Berge Kasachstan

Begegnungen, die du nicht vergisst

Das Schönste am Camping in Zentralasien ist oft nicht die Landschaft, sondern die Begegnung mit den Menschen.


Hirten bieten dir Kumys an, ohne zu fragen, ob du ihn überhaupt magst. Kinder laufen neugierig aus den Jurten und betrachten dein Zelt, als wäre es ein Raumschiff. Familien laden dich spontan zum Abendessen ein, nur weil du dein Lager in ihrer Nähe aufgeschlagen hast.


Sicherheit und Respekt

  • Wilde Tiere: Wölfe leben in Teilen des Tienschan-Gebirges. Informiere dich vor Ort über aktuelle Bedingungen und lagere Lebensmittel sicher.


  • Wetter: Gewitter können in großer Höhe überraschend schnell entstehen. Eine wasserdichte Regenausrüstung gehört immer ins Gepäck.


  • Nomaden-Etikette: Schlage dein Lager nicht direkt neben Jurten auf, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen.


  • Müll: Alles, was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit. Die Berglandschaften Zentralasiens leben von ihrer Ursprünglichkeit.


Kasachstans Natur mit Fluss im Bild

Hinweis: Camping und Jurtenübernachtungen schließen sich in Zentralasien keineswegs aus. Viele Reisende kombinieren beides: Tagsüber sind sie mit Zelt und Rucksack unterwegs, zwischendurch verbringen sie jedoch eine Nacht in einem Jurtenlager.


Das bedeutet eine warme Mahlzeit, ein bequemes Bett und oft die Gelegenheit, mit Nomadenfamilien ins Gespräch zu kommen. Besonders in Kirgisistan gibt es entlang vieler beliebter Routen und Seen ausreichend Jurtencamps, sodass sich Abenteuer und Komfort problemlos miteinander verbinden lassen.


Plane deine Reise mit uns

Wenn dieser Guide dich dazu inspiriert hat, Kasachstans Bergwelt selbst zu entdecken, kannst du dich jederzeit bei uns melden. Wir unterstützen dich gerne bei der Planung deiner Reise – von maßgeschneiderten Reiserouten über besondere Boutique-Hotels und authentische lokale Erlebnisse bis hin zu privaten Guides und spektakulären Naturzielen abseits der bekannten Touristenpfade.


Unsere Empfehlungen und die erste Reiseberatung sind selbstverständlich kostenlos und unverbindlich. Gemeinsam entwickeln wir eine Reise, die wirklich zu deinem Reisestil, deinen Interessen und deinem Tempo passt – egal, ob du die Berge rund um Almaty erkunden, durch die Steppen Zentralasiens reisen oder Kasachstan mit Kirgisistan und Usbekistan kombinieren möchtest.



 
 
 

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