Asienreise absagen – oder doch fliegen? Was du jetzt wirklich wissen musst
- Roxana Nothaft
- 6. Apr.
- 5 Min. Lesezeit
Reisezeit: aktuell · Kategorie: Reiseplanung · Lesezeit: ca. 8 Minuten
„Sollten wir unsere Asienreise lieber absagen?“
Viele Reisende schreiben uns gerade dieselbe Frage: „Sollen wir unsere Asienreise absagen?" Die Nachrichten über die Lage im Nahen Osten, gesperrte Lufträume über dem Iran und stark reduzierte Flüge der Golf-Airlines Emirates, Etihad und Qatar Airways verunsichern – völlig verständlich.
Doch die ehrliche Antwort lautet: In den meisten Fällen nein. Das Problem liegt nicht beim Reiseziel. Es liegt bei der Flugroute. Und die lässt sich in vielen Fällen lösen.
Dieser Artikel erklärt dir genau, was gerade passiert, welche Verbindungen funktionieren, welche Ziele du vielleicht noch gar nicht auf dem Radar hattest – und was du bei der Buchung jetzt unbedingt beachten musst.
Was gerade wirklich passiert – und warum
Der Kern des Problems: Viele Langstreckenflüge von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Asien verlaufen traditionell über die großen Drehkreuze im Nahen Osten – Dubai (Emirates), Abu Dhabi (Etihad) und Doha (Qatar Airways). Durch die aktuelle Lage im Iran-Israel-Konflikt sind große Teile des iranischen und israelischen Luftraums gesperrt.
Das zwingt Airlines zu Umwegen:
→ Flüge weichen nördlich aus – über Aserbaidschan
→ Oder südlich – über Saudi-Arabien und den Oman
→ Längere Umwege = mehr Treibstoff = höhere Kosten
Was das in Zahlen bedeutet (Stand Ende März 2026):
→ Emirates fliegt aktuell rund 70 % seiner normalen Verbindungen
→ Etihad operiert auf etwa 50 % Kapazität
→ Qatar Airways fliegt unter 20 % seiner regulären Strecken
Dazu kommt: Auf Flugsuchseiten werden für die nächsten Wochen oft günstig erscheinende Flüge über Dubai, Doha oder Abu Dhabi angezeigt – aber es ist aktuell nicht klar, ob diese tatsächlich durchgeführt werden können.
Wer jetzt über Golf-Drehkreuze bucht, riskiert kurzfristige Annullierungen oder Umleitungen.
Fazit: Asien fliegen ist möglich. Über Golf-Hubs zu buchen ist gerade riskant. Die Lösung liegt in alternativen Routen.
Welche Flugverbindungen jetzt zuverlässig funktionieren
Die gute Nachricht: Es gibt viele stabile Alternativen. Hier eine Übersicht nach Abflugort.
Ab Frankfurt
→ Lufthansa: Nonstop nach Bangkok, Singapur, Hongkong, Shanghai, Peking, Tokio, Delhi, Mumbai
→ Thai Airways: Bangkok (nonstop)
→ Singapore Airlines: Singapur (nonstop)
→ Vietnam Airlines: Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt
→ Air China: Peking, Shanghai
→ China Eastern: Shanghai
→ China Southern: Guangzhou
→ ANA / Japan Airlines: Tokio
→ Condor: Bangkok, Phuket, Malediven
→ Asiana / Korean / Tway: Seoul
Ab München
→ Lufthansa: Nonstop nach Bangkok, Singapur, Tokio, Shanghai, Delhi
→ Singapore Airlines: Singapur
→ ANA: Tokio
→ Thai Airways: Bangkok
Ab Zürich
→ SWISS: Bangkok, Singapur, Hongkong, Tokio, Delhi, Mumbai, Shanghai, Seoul
→ Korean Air: Seoul
→ Thai Airways: Bangkok
→ Edelweiss: Phuket, Sri Lanka, Malediven
→ Singapore Airlines: Singapur
→ Air India: Delhi, Mumbai
Ab Wien
→ Austrian Airlines: Malediven, Bangkok, Shanghai, Tokio
→ Air India: Delhi
→ Scoot: Singapur
→ EVA Air: Bangkok
→ Air China: Peking
→ ANA: Tokio
Empfehlenswerte Umsteigeverbindungen
→ Turkish Airlines über Istanbul, weltweit die meisten Verbindungen, sehr breites Asiennetz
→ KLM über Amsterdam – traditionell stark nach Asien, zuverlässige Alternative
→ Singapore Airlines über Singapur – ideal für Weiterfliegen nach Indonesien, Vietnam, Thailand, Malaysia, Australien
→ Thai Airways über Bangkok – perfekter Hub für Thailand, Vietnam, Kambodscha, Indonesien
→ Air India über Delhi / Mumbai – gut für Sri Lanka, Malediven, Nepal
Hongkong ist gerade wieder ein unterschätzter Einstiegspunkt nach Asien. Cathay Pacific fliegt mehrfach täglich von Frankfurt und Zürich – und von Hongkong aus erreichst du fast ganz Südostasien und Ostasien komfortabel weiter.
Das Reiseziel ist oft nicht das Problem
Viele Reisende setzen gerade „Asien" automatisch mit einer einzigen Krise gleich. Dabei ist der Kontinent riesig. Die meisten populären Reiseziele sind geografisch und politisch weit entfernt von den betroffenen Regionen.
Diese Länder sind aktuell bedenkenlos reisbar und die Verbindungen funktionieren:
→ Thailand – stabile Direktverbindungen ab Frankfurt, München, Zürich, Wien
→ Vietnam – Direktflüge ab Frankfurt über Vietnam Airlines, Verbindungen über Singapur und Bangkok
→ Indonesien (Bali) – gut erreichbar über Singapur, Kuala Lumpur oder Bangkok
→ Japan – mehrfach täglich nonstop von Frankfurt und München
→ Hongkong – direkter Zugang über Cathay Pacific, perfekter Hub
→ Sri Lanka – via Zürich mit Edelweiss, oder über Delhi / Colombo
→ Malediven – Condor ab Frankfurt direkt, Austrian ab Wien, Edelweiss ab Zürich

Eine Zwischenübernachtung einplanen
Manchmal lohnt es sich, eine längere Reise bewusst aufzuteilen.
Ein Stopover in einer Stadt unterwegs kann sogar ein spannender Teil der Reise werden und macht lange Flüge oft angenehmer.
Zentralasien – die Region, die gerade neu entdeckt wird
Hier liegt ein echter Geheimtipp: Usbekistan, Kirgistan und die gesamte Zentralasien-Route sind von der aktuellen Situation nahezu unberührt.
Die Flugverbindungen laufen über Taschkent, Bischkek und Almaty – vollständig außerhalb der betroffenen Lufträume.
Was Zentralasien gerade so besonders macht:
→ Usbekistan: Samarkand, Buchara und Chiwa: Städte aus Tausendundeiner Nacht, UNESCO-Welterbe, kaum Massentourismus. National Geographic hat Chiwa als eines der 25 wichtigsten Reiseziele 2026 ausgerufen. Ab Herbst 2026 verbindet ein neuer Hochgeschwindigkeitszug Taschkent, Samarkand, Buchara und erstmals auch Chiwa direkt.
→ Kirgistan: Song-Kul, Kel-Suu, Adlerjäger: echtes Nomadenleben auf 3.000 Metern Höhe, türkisfarbene Gletscherseen in Canyons, eine Kultur die nicht für Touristen inszeniert ist. Weniger internationale Besucher pro Saison als der Weg zum Everest Base Camp an einem einzigen Tag.
Für viele Reisende, die ursprünglich Südostasien geplant hatten, ist Zentralasien gerade die spannendste Alternative, authentisch, preiswert, und mit direkten Verbindungen die nicht über den Nahen Osten führen.
Interessanterweise führt die aktuelle Situation auch dazu, dass viele Reisende ihre Reisepläne überdenken – und dabei neue Regionen entdecken.
Besonders Zentralasien rückt gerade wieder stärker in den Fokus.

Werden Asien-Flüge jetzt teurer?
Ja der Trend zeigt aktuell klar nach oben. Aber nicht alle Verbindungen sind gleich betroffen.
Warum steigen die Preise?
→ Längere Umwege bedeuten mehr Treibstoffverbrauch
→ Kerosinpreise sind gestiegen
→ Operative Störungen und reduzierte Kapazitäten auf manchen Strecken
Wer jetzt noch günstig buchen möchte, sollte:
→ Direktverbindungen oder stabile Umsteigeverbindungen (Istanbul, Amsterdam, Singapur) bevorzugen
→ Golf-Hub-Flüge meiden – nicht nur wegen Unsicherheit, sondern auch weil Preise dort kurzfristig stark schwanken
→ Frühzeitig & flexibel buchen – viele Verbindungen haben noch vernünftige Preise
Tipp: Ein Stopover in Istanbul, Singapur oder Bangkok macht lange Flüge oft angenehmer – und kann die günstigste und zuverlässigste Route sein.
Was gilt, wenn du schon über Golf-Drehkreuze gebucht hast?
Wenn du bereits Flüge über Dubai, Doha oder Abu Dhabi gebucht hast:
→ Bei direkt bei der Airline gebuchten Flügen: Viele Airlines bieten aktuell kulante Umbuchungsoptionen an – prüfe direkt auf der Website
→ Bei Buchung über Flugportale: Kontaktiere das Portal und beziehe dich auf die aktuelle Lage – Storno- und Umbuchungsregeln variieren
Unser Fazit: Flexibel denken, richtig buchen
Asien ist weiterhin eine der faszinierendsten Reiseregionen der Welt und in den meisten Fällen gut erreichbar. Die Herausforderung liegt aktuell nicht beim Ziel, sondern bei der Wahl der richtigen Route.
Unsere Empfehlung:
→ Golf-Hubs (Emirates, Etihad, Qatar) aktuell meiden
→ Stattdessen auf stabile Alternativen setzen: Nonstop-Verbindungen, Turkish Airlines, KLM, Singapore Airlines, Cathay Pacific
→ Zentralasien als echte Alternative in Betracht ziehen – Usbekistan und Kirgistan sind gerade außergewöhnlich gut buchbar, und die Erlebnisse übertreffen alle Erwartungen
Manchmal führt genau diese Situation dazu, dass Reisende Ziele entdecken, die sie sonst nie auf dem Radar gehabt hätten und am Ende eine Reise erleben, die noch außergewöhnlicher ist als ursprünglich geplant.

Planung deiner Reise
Wir helfen dir
Wenn du gerade überlegst, deine Asienreise abzusagen, lohnt es sich, zuerst die Möglichkeiten anzuschauen. Viele Reiseziele in Asien sind weiterhin gut bereisbar. Häufig liegt die Herausforderung eher in der Anreise als im Ziel selbst.
Bevor du also deine Pläne komplett über Bord wirfst, kann es hilfreich sein, noch einmal alle Optionen zu prüfen.
Manchmal führt genau diese Situation sogar dazu, dass Reisende neue Regionen entdecken – und am Ende eine Reise erleben, die noch spannender ist als ursprünglich geplant.
Egal ob du von einer Reise nach Thailand, Vietnam, Indonesien, Japan, Hongkong, Usbekistan oder Kirgisistan träumst – gemeinsam finden wir eine Lösung, die zur aktuellen Situation und zu dir passt.



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